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Bali mit neuen Augen – der erste Tag…

14 Feb

Der Flug nach Bali verlief dieses Mal glücklicherweise unspektakulär. Nur in Frankfurt kam ich ganz kurz ins Schwitzen, als ich noch im Schweizer Flieger sass und die Lufthansa bereits mit dem Boarding des Anschlussfluges begonnen hat. Und da fällt mir gerade ein, dass ich beim Einchecken vergessen habe, meine Tasche abzuschliessen und in Plastik einwickeln zu lassen. Hatte deshalb einen ganz kurzen Anflug von Paranoia. Ins Gepäck gesteckte Drogen und so. Alles halb so wild, meine Tasche und ich sind wohlbehütet auf der Insel angekommen.

Da Valentinstag war, haben wir alle von Singapur Airlines noch eine süsse Karte mit Schokolade gekriegt. „Love is in the air“. Sprichwörtlich.

Mein Vorsatz, Bali mit neuen Augen zu betrachten, konnte ich schon im Flughafen umsetzen. Der ist jetzt nämlich fertig renoviert bzw. umgebaut und hat nichts mehr mit dem alten Flughafen gemein. Sobald die “freischaffenden” Taxifahrer gemerkt haben, dass ich kein Neuling mehr auf Bali bin, haben sie mich höflich an den offiziellen Taxischalter verwiesen (mit mir war halt kein lohnenswertes Geld zu verdienen).

Soweit so gut. Diesmal hatte ich einen ruhigen Taxifahrer, der nichts geredet hat. Ich erinnere mich an das eine Mal, als ich zuerst über meinen Heiratsstatus ausgefragt wurde, dann ob ich einen Freund habe, und beim Verneinen kam dann der Heiratsantrag und dass er bestimmt sehr gut für mich sorgen würde. Alles ernstgemeint. Ich habe mich dann höflich bedankt und darauf hingewiesen, dass ich keine Zeit zum Heiraten habe, da ich ja die ganze Zeit Surfen muss. Diese Ausrede wurde zwar mit leichter Enttäuschung, jedoch trotzdem sehr grossmütig akzeptiert.

Ging für die erste Nacht zu meiner langjährigen Freundin Barbara. Barbara ist toll. Sie ist mittlerweile 68 Jahre alt, hat vor zwei Jahren mit Ballet begonnen, letztes Jahr zusätzlich noch mit Trapezakrobatik und dieses Jahr geht sie immer mal wieder ins Poledancing. Wenn wir zusammen Party machen, bin nicht ich diejenige, die als erstes ins Bett geht. Gestern war es jedoch sie. Nach einer 20-stündigen Reise, ein paar Stunden quatschen mit Barbara und einer hart verdienten Dusche konnte ich der Aufforderung eines Freundes, noch ein bisschen ins Nachtleben einzutauchen, nicht widerstehen. Die Suche nach einem Taxi gestaltete sich anfangs ziemlich erfolglos. Rauchende Taxifahrer wollten nicht mit Taxameter fahren, sondern einen horrenden Fixbetrag vereinbaren. Ach ja. Bali ist ja nicht mehr die Billiginsel, die sie mal war. In gewissen Regionen (wie Seminyak) können es sich die einen Einheimischen ja leisten, sich normale Fahrten durch die Lappen gehen zu lassen. Ist ja viel zu anstrengend, wenn man zahlungskräftige, weil eh alkoholisierte, Nachtschwärmer befördern kann.

Stand also ein bisschen verloren am Strassenrand. Ein aufmerksamer junger Balinese kam mit seinem Moped angedüst und offerierte mir für einen fairen Preis die Fahrt an den gewünschten Zielort. Nach einem Blick auf sein Moped (neu und glänzend), seine Kleider (Hemd) und seine Haare (gepflegte Kurzhaarfrisur) stufte ich ihn als vertrauenswürdig, beschloss, auf mein gutes Bauchgefühl zu vertrauen und sass hinten drauf. Im Null Komma nichts war ich da. In Zürich würde ich mich nie getrauen, mich einfach so von einem Fremden transportieren zu lassen. Hier ist es jedoch gang und gäbe.

Das Klubleben in Bali ist zwar nicht vergleichbar mit gutem Ausgang in unseren Breitengraden, es gibt mittlerweile jedoch schon einige gute Ecken. Waren zuerst im Townhouse und dann im Favela. Das Townhouse in Oberoi ist ganz ok. Das Favela ist toll. Immer freitags ist Party. Mehr zum Favela im nächsten Post. Bin irgendwann todmüde in das bequemste Bett ganz Indonesiens gefallen und hab wie ein Stein ganze vier Stunden lang geschlafen. Dann war es schon wieder Zeit für einen nächsten, hoffentlich ereignisreichen Tag.