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Wie mir das Glück vor die Füsse fiel…

30 Mär

Im heutigen Beitrag möchte ich kurz über das Glück sprechen. Eine Erkenntnis teilen, die ich heute hatte. Ich muss aber zuerst ein bisschen ausholen, bevor ich auf das eigentliche Thema zu sprechen komme. Inspiriert dazu hat mich – ganz simpel – die Sonne.

Der Frühling hat sich bis anhin von seiner allerbesten Seite gezeigt. Es ist unglaublich, was ein bisschen Sonne ausrichten kann. Sind an kalten und garstigen Tagen die Schweizer Strassen und Parks wie leergefegt – und man fragt sich, wo denn die über 7 Millionen Einwohner geblieben sind – strömt bei Wärme und Sonnenschein nach Draussen, wer kann.

Heute ist der erste Tag der Sommerzeit. Sonnig. Dazu ein Sonntag. Was für ein wunderbares Gefühl, dass die Dämmerung erst so kurz vor 20:00 Uhr beginnt.

Der heutige Tag begann damit, dass ich morgens erst einmal auf Entdeckungstour ging. Joggen wollte ich im nahen Wald, in dem ich noch nie war. Die Stimmung war so unglaublich friedlich, das Licht der Sonne erhellte das zarte Grün der spriessenden Knospen und erleuchtete die farbigen Blüten ringsum. Die Strahlen haben bereits eine solche Kraft, dass sie angenehm warm auf die Haut scheinen. Ich könnte mich stundenlang einer solchen Sonne hingeben.

Die Stimmung war perfekt, vielen Gedanken nachzuhängen und mir viele Fragen zu stellen. Fragen zu mir, zu meinen Wünschen, Zielen und Problemen. Ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, als dass mir diese morgendliche Runde Joggen viele Antworten und Einsichten gebracht hat.

Gutgelaunt lief ich am Ende der Runde durch die Schrebergärten. Ein alter Mann kam mir zu Fuss entgegen, ein schnittiges Fahrrad schiebend. Er lächelte mich an und fragte: „Kommen Sie gerade vom Joggen?“. „Ja“ hab ich geantwortet, ich sei das erste Mal hier und war auf der Suche nach dem Vitaparcours. Da lachte er und meinte, den sei er schon im Jahr 1972 gerannt, als er neu erstellt wurde und erzählte mir über seine sportlichen Aktivitäten in jungen Jahren.

Solche kurzen, spontanen Begegnungen, wo es einfach darum geht, ein Lachen und ein paar freundliche Worte auszutauschen und dann weiter seinen Weg zu gehen, empfinde ich als extrem befriedigend und macht mich für den Moment einfach glücklich. Es gibt Kraft und Energie und ein gutes Gefühl.

Ich ging danach mit ein paar Freundinnen ins Kino. „I wanna Surf“. Ein Schweizer Surffilm. Hat einerseits Spass gemacht, andererseits haben die Aussagen der darin vorkommenden Schweizer Surfer mein eigenes Dilemma so total auf den Punkt gebracht, dass ich mit einem Lächeln aus dem Kino raus bin. Voll ins Schwarze getroffen. Zwar keine Lösung für einige meiner Probleme, jedoch eine wertvolle Erkenntnis und das Wissen, dass so viele andere genau gleich empfinden.

Den Rest des Tages habe ich dem guten Essen, dem Lesen und der Sonne gewidmet. Einfach geniessen und sein.

Nun komme ich zum Thema:

Viele suchen nach dem grossen Glück. Was ist das eigentlich, das grosse Glück? Glück ist für jeden anderes, es ist ein subjektives Empfinden, ein Gefühl, das man selber hat. Meistens sind damit grosse Themen wie Liebe, Beziehungen, Familie, Arbeit, Geld, Freiheit, etc. verbunden.

„Der Maulwurf ist blind, aber er gräbt in die richtige Richtung.“ Eine weit verbreitete Art, nach dem Glück zu suchen. Es ist eine Jagd, eine Verfolgung, ohne genau zu Wissen, wonach eigentlich.

Und so verliert man sich in einem unerklärlichen Gefühl von Unglücklichsein, in dem Gefühl, dass etwas fehlt, in dem Gefühl, dass das Glück irgendwo in der Nähe ist, man es nur zu fassen bekommen muss.

Auch mir passiert das hin und wieder. Dieses Verirren in einem Unglücklichsein, das theoretisch eigentlich gar keines ist.

Aber heute ist mir einmal mehr bewusst geworden, dass durch die Aneinanderreihung von vielen kleinen „Glücks“ eben ein grosser Haufen „Glück“ entsteht.

Das „grosse“ Glück, oder nicht?