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Letzte Tage in Chiang Mai…

23 Dez

Die Fahrt von Luang Prabang nach Chiang Mai verlief natürlich wie immer nicht ohne Panne. Ist man sich ja mittlerweile gewohnt.

An der Grenze zu Thailand kriegte sich die Dame der Einwanderungsbehörde gar nicht mehr ein, dass ich Thai bin. Zuerst schaute sie mich zwar ziemlich missmutig an, weil ich eben Thai bin, aber kein thailändisch kann. Doch sobald ich sagte, dass mein Vater aus Ubon stammt, taute sie sofort auf und begann sogar, auf Izaan mit mir zu reden. Ha! Als ob ich das besser könnte als Thailändisch. Und dann sagte sie im Verlaufe des Gespräches sicher mindestens zehnmal: „You don’t look like a Thai“ und lachte sich halbtot dabei… Der Typ nach dem Schalter sah meinen Thaipass auch, nahm ihn mir aus der Hand, zeigte ihn seinen Kollegen, lachte ebenfalls lauthals und sagte in höchst ungläubigem und gleichzeitig sehr belustigtem Tonfall auf thailändisch, „Sie ist eine Thai! Sie ist eine Thai!“

Schön, dass ich Anlass zu so viel Heiterkeit bin.

In Chiang Mai anzukommen war wie ein nach Hause kommen. Es tat gut, bekannte Strassen zu sehen und endlich mal wieder in einem richtigen Bett zu liegen. Ich muss schon sagen, ich bin mir Rucksackreisen gar nicht gewohnt. Das ist eine äusserst anstrengende und anspruchsvolle Tätigkeit, die mir aber ausserordentlich gut gefällt.

Nach zwei schönen Tagen setzte ich mich in den Flieger nach Bangkok. Und so wie mich am ersten Tag der Shuttlebus vom internationalen zum nationalen Flughafen brachte, so brachte er mich am letzten Tag wieder zurück zum Anfangspunkt meiner Reise. Als ich am Fenster sass, mit den treibenden Tönen von Wolfman in den Ohren, schaute ich auf die weite Stadtlandschaft hinaus, liess meine Gedanken wandern und sagte ein leises „auf Wiedersehen“ zu meinem zweiten Heimatland, das mir mit jedem Besuch etwas näher ans Herz rückt…

Von Herzensfreunden und Zufällen…

16 Dez

Den nächsten Tag hab ich vor Allem damit zugebracht, Leute zu besuchen, die ich kenne. Allen voran meine liebe Kyoko. Kyoko hab ich vor ein paar Jahren in Chiang Mai kennengelernt, habe sie vorletzten Sommer in Ibiza besucht, letzten Sommer hat sie mich in Bali besucht und heute treffe ich sie wieder in Chiang Mai.

Ich hab auf meinen Reisen schon so viele so tolle Leute getroffen, die seither, auch wenn die ursprüngliche Zeit, die man miteinander verbracht hat, kurz war, Herzensfreunde geblieben sind. Und wie es unter Reisenden so ist, besucht man sich gegenseitig oder trifft sich irgendwo auf der weiten Welt wieder, ob geplant oder zufällig.

Der Kreis schliesst sich immer irgendwie, die Zeit, die zwischen dem letzten und aktuellen Aufeinandertreffen vergangen ist, löst sich blitzschnell ins Nichts auf, und man ist beste Freunde wie seit eh und je. Und gerade diese Freundschaften, die so unkompliziert sind, voller gegenseitiger Zuneigung und die nicht an Zeit und Erwartungen gebunden sind, erwärmen oft mein Herz und treiben mich an, immer wieder in die weite Welt hinauszuziehen.

Wieder zurück zu Kyoko: Wir sitzen gemütlich in einem Yoga Cafe und tauschen Neuigkeiten aus, als uns ein weiteres bekanntes Gesicht begegnet. Diesmal eines, über welches wir beide nicht allzu erfreut sind. Die Kleinheit der Welt hat manchmal auch seine Nachteile. Und wie man sich über bekannte Gesichter freut, die man irgendwo im Nirgendwo überraschenderweise wieder trifft, so laufen einem auch immer wieder Leute über den Weg, die man eigentlich gar nicht mehr sehen will.

Und so frage ich mich: Zufall oder Schicksal? Wie ist es möglich, dass man zum Beispiel in einer Millionenstadt wie Bangkok in einer kleinen, lebendigen Quergasse seiner früheren besten Schulfreundin über den Weg läuft (so meiner Mutter geschehen)? Wie ist es möglich, dass man irgendwo in Brasilien an einem kleinen weissen Sandstrand dem Bruder einer Freundin aus dem Heimatdorf begegnet, den man seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat? Wie ist es möglich, dass ich irgendwo im Süden Frankreichs genau zur gleichen Zeit in einem kleinen Restaurant was trinke, wie ein deutscher Freund, der auf Bali lebt?

Wäre man nur ein paar Minuten oder manchmal auch nur ein paar Sekunden später an der gleichen Stelle vorbeigegangen, so hätte man sich nicht getroffen. Es hätte Millionen und Abermillionen Möglichkeiten gegeben, wo man sich sonst hätte aufhalten können (die Welt ist schliesslich riesig).

Und so bleibt die Frage „Zufall oder Schicksal“ zwar auch nach vielem Nachdenken unbeantwortet, aber ich bin der Meinung, das nichts ohne Grund geschieht und dass die Leute, die ich immer wieder treffe – ob ich dies nun als positiv oder negativ empfinde – irgendwie zu meinem Leben gehören, aus welchem Grund auch immer.

Im Heimatland angekommen…

16 Dez

Endlich in Bangkok angekommen. Schnell auf die Toilette und Katzenwäsche gemacht, man will ja die feinen asiatischen Nasen nicht gerümpft sehen, wenn man an ihnen vorbeigeht. Als nächstes musste ich rausfinden, wie ich nun vom internationalen zum nationalen Flughafen komme. Meine Reisestrategie ist nämlich immer die, dass ich einen Schritt nach dem anderen mache. Hätte natürlich schon zu Hause mal googeln können, aber das war mir zuviel Aufwand. Also ging ich schnurstracks zur Information und bekam da auch gleich die Auskunft, dass es einen gratis Shuttlebus zum nationalen Flughafen gibt. Tolle Sache!

Es war so schön, einfach aus dem Fenster zu schauen und die asiatische Landschaft wieder mit eigenen Augen zu sehen. Kurz: Ich fühlte mich herrlich. Müde aber glücklich. Am nationalen Flughafen angekommen hab ich mir als erstes ein Pad Thai (thailändische gebratene Nudeln) und das Wasser einer jungen Kokosnuss gegönnt, hab Blogeinträge geschrieben und mich dann eine Stunde zu früh in die Abflughalle gesetzt. Frierend, trotz Jacke und Schal. Ein richtiger Kühlschrank war das da. Als es Zeit fürs Boarden war und ich auf das Flugfeld raustrat, war ich in Sekundenschnelle von der Sonne geschmort. Kam mir wie eine Bratwurst vor, die zu lange auf dem Grill lag. Die Mitarbeiter, die am Flugzeug herumwerkelten, hatten ihre Gesichter mit heruntergezogenen Wollmützen vermummt, die Augen nur durch schmale Sehschlitze sichtbar.

Kaum im Flieger, ich konnte es nicht glauben, hörte ich vertrautes Indonesisch hinter mir. Fühlte mich gerade wie Zuhause und genoss es, einfach ein bisschen dem Palaver der indonesischen Jungs hinter mir zuzuhören. Endlich angekommen war dringend eine Dusche notwendig. Es gibt nichts Schöneres, als sich nach einer langen Reise mindestens eine halbe Stunde unter den heissen Wasserstrahl zu stellen.

Auf dem Weg in die Innenstadt erkannte ich von meinen früheren Aufenthalten in Chiang Mai viele Strassen und Restaurants wieder. Auch dies trug dazu bei, dass ich mich sofort zu Hause fühlte. Überall Essensstände, das Wirrwarr verschiedenster Gerüche, das Durcheinander des Verkehrs auf den Strassen, Marktstände und last but not least: thailändische Popmusik. Die asiatische Vielfalt ist immer wieder aufs Neue beeindruckend.

Besonders fasziniert an diesem Abend hat mich eine Katze, die es sich an einem Stand zwischen zahlreichen Bananenstauden bequem gemacht hatte. Unbeeindruckt von all den Leuten und dem ganzen Lärm rundherum hielt sie seelenruhig ihr Schläfchen und liess sich auch von meiner Kamera in keinster Weise stören.

Viele Leute sagen, dass sie Katzen nicht mögen, weil sie so unabhängig und arrogant seien im Gegensatz zu Hunden, die dein bester Freund sind. Ich empfinde das Verhalten der Katzen jedoch als positiv. Weshalb sollte sich eine Katze dem Menschen unterordnen und ihm gegenüber loyal und anschmiegsam sein, und zwar ohne wenn und aber, so wie es ein Hund tut, wenn es nicht ihrem Wesen entspricht? Dies hat in meinen Augen nichts mit Arroganz zu tun, die Katze nimmt sich ganz einfach das Recht heraus, zu sein wie sie ist, sich selber zu genügen, sich Zuneigung zu holen, wann und wo sie will, und unabhängig zu sein, wenn sie das für richtig empfindet.

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Auf dem Weg nach Chiang Mai / On the way to Chiang Mai

12 Dez

Endlich wieder unterwegs. War auch Zeit. Hab schon mindestens zwei Monate am Stück gearbeitet und das geht einfach nicht. Das ist viel zu viel. Drum: Next station: Zürich Flughafen!

Crossing borders

Bei der Passkontrolle habe ich dem Polizisten meinen Thaipass hingestreckt, er blätterte drin rum und schaute mich dann mega misstrauisch an: „Wo ist Ihr Visa?“ „Welches Visa?“ „Ja, Ihre Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz!“ Hääää? Oh, ups, hab ihm dann meinen Schweizerpass hingestreckt und die Welt war wieder in Ordnung. Nicht zu fassen, oder? Wird man im eigenen Land der illegalen Einwanderung verdächtigt.

Ich flieg ja öfters mit Qatar Airways. Find die echt gut und krieg immer super günstige Tickets nach Bali oder Thailand. Der einzige Nachteil: Irgendwie ist das ganze in die Richtung immer sehr geruchsintensiv. Ich hoffte, dass ich dieses Mal von Schweiss und Currygerüchen verschont bleibe (das letzte Mal sass ich neben einem streng riechenden Herr). War aber nichts. Eine ganze Familie sass vor mir, die nach den Mahlzeiten der letzten drei Wochen roch. Und der Herr neben mir roch ein bisschen streng, aber nicht so krass, wie der das letzte Mal.

Nichtsdestotrotz habe ich es mir bequem gemacht und festgestellt, dass ich in der einzigen Reihe im ganzen Flieger sass, bei dem der Bildschirm bzw. das Unterhaltungsprogramm nicht funktionierte. Das liess mir die Zeit, ein ganzes Buch durchzulesen und dann den Flieger genauer unter die Lupe zu nehmen. Wollte nämlich die Sonnenblende am Fenster runterlassen und da war aber keine (vorher hatte ich schon mit dem Kopfhörer zu kämpfen, weil ich die Einstecklöcher nicht fand, mir kam da kurz der Gedanke, dass ich eventuell langsam älter werde und gewisse technische Feinheiten nicht mehr drauf habe, aber den Gedanken wollte ich dann doch nicht weiterverfolgen). Hab das Fenster nochmals von oben bis unten angeschaut. Nein, keine Sonnenblende. Dafür aber ein Knopf. Hab mal draufgedrückt. Und da haben sich doch tatsächlich die Fenster selber dunkel getönt. Wie geil ist ist das denn? Wie ein kleines Kind hab ich fleissig ein Weilchen drauf rumgedrückt um den Vorgang des heller- und dunklerwerdens voller Freude zu beobachten.

Als die Stewardessen Getränke austeilte, war ich die einzige rundherum, die Wasser nahm. Alle anderen bestellten Wein oder harten Alkohol. Vielleicht fliegen die Leute nur, damit sie gratis Alkohol kriegen?

Diesmal bin ich ein bisschen auf eine andere Art unterwegs als sonst. Mit Rucksack in 12 Tagen im Land rumdüsen. Oder so ähnlich. Plötzlich hab ich nicht mehr die Zeit, so lange an einem Ort zu verweilen, wie ich mag, und dann weiterzuziehen, wenn mir danach ist, so wie es immer auf meinen Reisen war, die mindestens 5 Monate dauern. Plötzlich bin ich in „normalen“ Ferien. Komisches Gefühl. Ich glaube, ich kann mich guten Gewissens als realitätsfremd bezeichnen, was die Dauer von Ferien betrifft.

Als ich meinen Freunden verkündet hab, dass ich wieder einmal auf Reisen geh, fragten alle, wie lange ich denn weg sei und ob ich im Januar/Februar denn schon wieder zurück sei? Die kennen mich alle schon so gut und wissen, dass ich eben immer mindestens 5 Monate unterwegs bin. Normalerweise. Immerhin haben sie mir diesmal mindestens zwei Monate zugetraut. Als ich dann ganz verzweifelt geantwortet habe, dass ich im Ganzen „nur“ 12 Tage unterwegs sein werde (ich finde das wirklich zum Verzweifeln), haben alle nur mit den Augen gerollt und gemeint: Willkommen im normalen Leben!

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English Version:

Finally, I’m off again. Was about time. Worked two months already without having holidays. What the hell. Not with me! Anyway, all went smooth, no delays, nothing. So far so good.

But then, at Zurich Airport, I showed my Thai passport at the passport control. The policeman looked at me and asked suspiciously: „Where is your Visa“? „Which Visa?“ „Your residency permit“… Ahhhhh…. Gave him my Swiss passport and all was good again. Unbelievable, isn’t it? Suspected of illegal immigration in my own country.

I frequently fly with Qatar Airways. I always get good deals for tickets to Asia. The only disadvantage: It seems that people flying in that direction always smell of curry and sweat. I hoped that this time I gonna be spared of such intense odours. Well, in front of me sat a whole family smelling of at least 3 weeks curry cooking. Anyway, it wasn’t as bad as the last time.

I made myself comfortable and noticed that my row was the only one in the whole wide plane with a malfunctioning TV screen. Well, that gave me time to read a book from start til end. And I also had plenty of time to have a good look around. I seemed to be the only one ordering water, everyone else ordered wine or other alcoholic beverages. Maybe people fly to get a drink or two for free? As the sun was a bit blinding I was looking for the sun blinds. There where none. I looked again. Nope, nothing. Just a plain window. But ah: There was a button. I was curious and pressed it – and the windows got dark automatically. What a joy. I tried it several times just to see the window darken and getting transparent again and darken again. I seem to have the impression that I’m getting old and don’t get the up to date technique anymore. Don’t want to pursue that thought any further.

I’m traveling differently this time. Suddenly, I have only 12 days and plenty of things to do instead of just taking my time to do whatever I like whenever I like. As I usually do when I’m on my months long trips. It’s a strange feeling to be on „normal“ holidays. I guess I’m a bit out of touch with reality what’s concerning holidays.

My friends wished me safe travels and asked me if I gonna be back already in February. They know me well already and would never have guessed that I’m gone for 12 days only. When I complained about that “oh my god, only 12 days” they just rolled their eyes and said: Welcome to the normal life!