Gewisse Dinge ändern sich nie.
Zum Beispiel, dass ich für günstige Flugtickets immer Umwege fliegen muss (diesmal über Stuttgart, gefühlte 5 Flugminuten von Zürich entfernt, über meinen CO2-Fussabdruck will ich gar nicht nachdenken), dass ich immer viel zu früh am Flughafen bin (ich habe manchmal so unangenehme Alpträume, in denen ich aufgrund diverser Umstände erfolgreich davon abgehalten werde, rechtzeitig den Flieger zu erwischen), dass ich schon vor dem Start und bis zur Landung ins traumlose Schlafkoma falle (ohne Pillen, wohlverstanden) und dass ich die Transferzeiten dazu nutze, Blogeinträge zu schreiben. Solche Gewohnheiten haben aber auch etwas Schönes an sich, etwas heimeliges. Der Flughafen, egal welcher, wird so zu meinem Manchmal-Zuhause.
In Stuttgart sind mir die bis anhin schlecht gelauntesten Sicherheitskontrolleure untergekommen, die mir je in einem Flughafen begegnet sind. Und ich war schon in vielen Flughäfen. Die freundlich formulierte Frage der Dame hinter mir, ob sie ihren Gürtel ebenfalls ausziehen muss, wurde mit einem ruppigen „ziehen Sie erstmal Ihre Jacke aus, dann schauen wir weiter“ beantwortet, andere Passagiere wurden mit „warten Sie jetzt doch mal“ angeherrscht, dann stritt sie sich mit dem Sicherheitsmann hinter der Kontrolle, weil der anscheinend zu langsam war. Dieser stritt sich dann gleichzeitig mit seiner Mitarbeiterin über die Gründe, weshalb es nicht vorwärts geht und mit einem Passagier über den zulässigen und nicht zulässigen Inhalt seines Kulturbeutels. Die Diskussion war auch nach 10 Minuten noch immer in Gange. Streitlust pur.
Wenn ich es mir so überlege, fände ich es sowieso schrecklich, Flughafenmitarbeiter zu sein. Ständig verreisen alle irgendwohin während einem Passagier für Passagier vor Augen hält, dass man nicht zu diesen glücklichen Menschen gehört. Wo wäre da wohl die Anzeige in meinem Launenbarometer angesetzt?
Zum Glück sitze ich auf der anderen Seite des Zaunes und warte auf meinen Anschlussflug. In Palma muss ich dann noch meinen Transferbus finden, der mich 2h lang quer über die ganze Insel kutschiert und dann: Darf ich endlich wieder Sand zwischen meinen Zehen und Salz auf den Lippen spüren.
Was sind deine skurrilen, lustigen, anstrengenden oder schönen Flughafenerfahrungen?
P.S. Mein Gepäckstück kam nicht an. Bis jetzt (22:25 Uhr) habe ich mich mit dem Gedanken abfinden müssen, mit einem Paar Unterhosen, einer Jeans, einem Shirt, einem Pullover und meiner Zahnbürste ein Sport-Trainingslager überstehen zu müssen. Ich war extremst gelassen über diesen Umstand, muss ich stolz bemerken. Aber: Ende gut Alles gut. Meine Tasche wurde gefunden und wird mir morgen zugestellt. Ein Hoch auf die moderne Tracking-Technik!
P.P.S.
Und so hat es heute Abend vor meiner Haustüre ausgesehen:













