Archiv | Deutsch RSS feed for this section

Perspektive

4 Mär

Mit den Augen eines Kindes
Unschuldige Welt
Mit den Augen eines Kindes
In Träume getaucht

Tausend Gefühle
Springen mich an
Ein Monster im Schafspelz
Gigantische Flutwelle

Oder eine Quelle?

Geschrieben am 25.12.2014… Habe das Gedicht zufälligerweise jetzt, über zehn Jahre später in meinen Notizen gefunden. Keine Ahnung mehr, was da war, was ich gedacht oder gefühlt habe. Aber auch heute finde ich es immer noch wahr: Man kann etwas als einen Fluch oder einen Segen sehen. Ich entscheide mich für den Segen.

Heilung

5 Okt

Dein Innerstes von der Vergangenheit verzerrt,
im Käfig gefangen.
Keine Bewegung möglich,
eine Schutzmauer, die doch nur Gutes will.

Grenzen verletzt.
Der Geist gehetzt.
Der Körper entfremdet.
Die Hoffnung verendet.

Dein Innerstes mit neuer Vergangenheit geheilt,
dem Käfig entschwunden,
in Bewegung tanzend,
eine Schutzmauer, die es nicht mehr braucht.

Grenzen neu gestaltet,
der Geist nun inne haltend,
der Körper in Vertrauen getaucht,
die Hoffnung nie verbraucht.

Geschrieben kürzlich nach einer Sitzung, in welcher meine Klientin als Grund für ihr aktuelles Problem eine frühere Vergewaltigung erkannt hat. Sie ging mit einem Lächeln und hat auch danach wunderbare neue innere Bilder erlebt, mit welchen Sie das Trauma, welches sie bereits psychologisch aufgearbeitet hat, auf eine ganz neue heilende Art verarbeiten konnte.

Transsibirisches Zugsleben: Von Novosibirsk nach Irkutsk

28 Sept

Von unseren ersten zwei doch luxuriösen Zügen verwöhnt, gehen wir guten Mutes spätabends an den Bahnhof. Wir finden auch auf Anhieb unseren Zug, doch oh, welche Überraschung. Da der Zug keine erste Klasse führt, sind wir in die zweite Klasse eingebucht. Keine Slippers mehr, Sauberkeit dürftig, kein roter Teppich am Boden, kein Wasser, keine Teetassen und die Matratzen und Decken eher an dritte Klasse erinnernd als an zweite Klasse. Die Toiletten auch keine chemischen sondern solche, die direkt aufs Geleise entleeren.

Meine Gruppe fühlt sich sichtlich unwohl, eine Teilnehmerin verfällt sogar in hysterisches Putzen und desinfiziert ihr ganzes Abteil. Panik darüber, nicht nur eine, sondern zwei Nächte hier verbringen zu müssen, steht ihr deutlich in die Augen geschrieben. Ich gehe zu meinem Abteil und finde mich mit einem russischen Ehepaar wieder, das kein Wort englisch spricht. Er schaut mich aus alkoholgetrübten Augen mürrisch an, sie scheint eine freundliche Frau zu sein. Ich mach es mir im oberen Abteil bequem, Toilettengang und Zähneputzen ist auf den nächsten Morgen verschoben. Es schüttelt, knirscht und knackt. Es rumpelt und grumpelt. Irgendwie wie in einer Wiege für Erwachsene. Nehme noch kurz wahr, dass im Abteil nebenan laut und ausgiebig gelacht wird, bevor ich in tiefen Schlummer versinke. Wie ich am nächsten Morgen erfahre, hat meine Gruppe noch die zweite Vodkaparty geschmissen. Von innen und außen desinfiziert fühlen sich – so glaube ich – nun alle wieder wohl. Schließlich wollten sie ja authentische transsibirische Züge buchen, authentischer kann es wohl mit einem gewissen Komfort wohl nicht gehen.

Am Morgen um sechs stehe ich auf. Habe wunderbar geschlafen und wollte Toilettengang und Zähneputzen nachholen. Wieder nichts gewesen. Da der Zug gerade an einem Bahnhof hält, sind die Toiletten für mindestens die nächsten 20 Minuten geschlossen. Klettere wieder in mein Bett und schlafe noch ein paar Stunden weiter.

Nach der zweiten Schlafpause klappt es dann endlich mit der Kurzhygiene und ich entscheide mich, meinem knurrenden Magen nachzugeben und mich auf die Suche nach dem Restaurant-Wagen zu machen. Ich frage die Provodnika in Zeichensprache, wo ich was zu Essen finde und sie erklärt mir ausgiebig in gebrochenem Englisch und mit viel Gestik, dass sich das Restaurant zwischen Wagen 7 und 8 befindet. Wir sind im Wagen 13, gerade hinter der Lokomotive. Der nächste Wagon ist dritte Klasse. Ich quetsche mich an mehreren Fußpaaren vorbei, die von oberen Betten in den Gang hineinragen und schaue mich um, wer denn da so dritte Klasse fährt. Ein gemischtes Publikum, viele Jüngere. Ich habe es mir stinkiger und überfüllter vorgestellt, aber es sieht ganz ordentlich aus. Wenn man mit nur einem kleinen Rucksack unterwegs und gerne um Leute ist, ist es sicher einmal zu empfehlen, dritte Klasse zu fahren. Zwischen den Waggons stehen ein paar Russen, rauchend, ich muss mich durch deren Mitte quetschen, da keiner eine Anstalt macht, auch nur einen Zentimeter auf die Seite zu rücken. So wandere ich weiter bis zum Restaurant, wo ich mal wieder ein paar Stunden mit Essen, Schreiben und Quatschen verbringe.

Mittlerweile ist es auch richtig warm geworden. Kurze Hosen und T-Shirt sind nun angesagt. Die Landschaft ist hügelig, mit vielen farbigen Blumenwiesen durchsetzt und natürlich auch überall bewaldet. Kleine charmante Holzhäuser schmiegen sich romantisch in die Landschaft. Na, ich übertreibe wohl ein bisschen mit der Romantik, aber so sieht es im Moment durch das Zugfenster hindurch tatsächlich aus.

Meine Gruppe hat ebenfalls die Abenteuerlust gepackt und ist auf Entdeckungsreise durch den Zug gegangen, das Handdesinfektionsmittel natürlich immer mit dabei.

Transsibirische Eisenbahn: Novosibirsk

28 Sept

Je weiter östlicher wir kommen, desto simpler wird alles. Moskaus Luxus und Glitzer sind in der 13 Mio. km2 großen Ländlichkeit Sibiriens nur noch eine entfernte Erinnerung.

Im Winter versinkt Novosibirsk während rund 6 Monaten in gleißendes Weiß. Es ist weitere 3 Monate kühl. Der Sommer dauert 3 Monate. Es regnet viel. Sibirien sei unberechenbar, erzählt unsere Guidin, heute könne es 15 Grad sein, morgen 35 und im Winter gute -35 Grad. Die Frauen tragen gerne Fellmäntel (einer reicht nicht, es müssen schon 2 – 4 sein), die ihnen natürlich die Männer schenken müssen (da sieht man mal, für was die Russen eigentlich arbeiten müssen). Da man sich nach ein paar Monaten weißer Pracht doch langsam deprimiert fühlt, werden überall in öffentlichen Gebäuden und im eigenen Heim Pflanzengärten geschaffen. Im Sommer herrscht ein reger Wettbewerb, wer in dieser kurzen Zeit am meisten Gemüse und Früchte ziehen kann. Seit das Land für Handel offen ist, kommt die Region nun auch in den Genuss von Früchten und Gemüse aus dem nahe liegenden asiatischen Teil, vor allem China.

Wir schauen uns noch einige Monumente an, unter anderem eine riesige Statue eines Mannes, der eine Flamme trägt und einer Frau, die eine Ähre in die Luft hält. Ursprünglich ein Symbol für die junge Region und deren Entwicklungspotential, interpretieren es die Jugendlichen ganz anders: Die Frau mit der Ähre symbolisiert Arbeit, die Flamme des Mannes Muße. Ganz daneben liegen sie wohl mit dieser Interpretation nicht.

Im Geologiemuseum kommen wir in den Genuss einer Führung mit einer berühmten russischen Forscherin. Mit viel Leidenschaft zeigt und erklärt sie uns die vielen Naturressourcen, die in Sibirien abgebaut werden. Da wird echt alles Mögliche in Rauen Mengen abgebaut. Kurz zusammengefasst: Ich glaube nicht, dass es der Welt ohne Russlands Ressourcen so gut gehen würde.

Zwischendurch mache ich einen kurzen Ausflug auf die Toilette. Nach unzähligen endlos langen Gängen finden wir nur die Männertoilette und entscheiden uns, nicht zimperlich zu sein. Unser Mut wird hart auf die Probe gestellt, in der ersten Toilettenschüssel liegt eine derartig große Stinkwurst, dass alles Spülen nichts nützen würde. Ich habe es aus Angst vor nachfolgender Überflutung auch gar nicht versucht. Auch die zweite Toilette wies überall deutliche braune Schmierspuren auf. Was soll ich sagen, gepinkelt haben wir, berührt aber nichts. Also liebe Frauen, besser nicht auf russische Männertoiletten gehen!

Poem – Inner Journey

7 Nov

I wrote this poem last year, when I was sufferin a bit of a broken heart and thus feeling melancholic… German version below…

Inner Journey

My soul wanders along a winding trail
It’s destination unknown, hidden behind a misty veil
At times, the path is dipped in rays of sun, promising joyful delight,
Thereupon it’s dark and rocky, black, forever night.
My soul, however, carries on steadily, one step at a time
Over rough and smooth, following a silent chime.

To follow this soft melody, to nurture this songs seed
Is my souls quest, wherever the journey might lead.

Innere Reise

Die Seele wandert entlang gewundener Pfade
Das Ziel im Nebel, unbekannt und vage
Bald leuchted der Weg, ist und bunt und Freude versprechend
Alsdann ist er dunkel, voll Steine, schwarz und brechend
Doch tragen sie die Füsse sicher immer weiter
Bringt die Seele voran wie ein starkes Pferd seinen hehren Reiter
So fühl ich in meinem Leben die innere Reise
Lass mich leiten durch Höhen und Tiefen, ob laut oder leise

Die Reise ist hier in mir
Aber auch Aussen und draussen
Sie wird klein, dehnt sich aus, schwebt und fliegt,
Die Reise, wohin sie auch führt, ist meiner Seele lautes Lied.

(May 2011)

Poem – Lake of Zurich

7 Nov

I wrote this poem when I was sitting at the lake of Zurich on a beautiful warm sunny day. I had an afternoon off and enjoyed the freedom of just strolling around wherever I felt I could experience some nice quiet moments in the middle of town. (German version below)

Lake of Zurich

How splendid the water sparkles, aflame with golden light,
Gleams and glistens, enchanting the dazzling sight,
As i sit there on a rock, calmness and peace unfold.
I think about the lakes stories, the thousands of words untold.
A swan, undisturbed by my thoughts, ruffles it’s snowwhite dress
All the problems in the world, it couldn’t care less.
I look around, all is far away it seems
It is almost as if i’m lost in dreams
And then, I hear the murmur and laughing, peoples voice,
Reality claims my attention back, i have no choice.
Awake and alert i observe the magical water, the deep blue,
It whispers: keep on believing in yourself, as your heart is true!

Zürisee

Wie prächtig der See leuchtet im goldenen Sonnenlicht
Glitzert und glänzt, mit seiner Bläue besticht
Lässt mich ruhig und friedlich fühlen
Meine Augen verweilen, will mich nicht rühren
Ein weisser Schwan putzt in aller Ruhe sein Gefieder
Geniesst der Wellen säuselnde Lieder
So schweift mein Blick umher – auf das Wasser, die Steine und Bäume
Es ist, als sei ich versunken in ferne Träume
Um mich herum hör ich die Leute murmeln und lachen
Es lässt mich plötzlich aus meiner Versunkenheit erwachen
So betrachte ich das magische Wasser mit aufmerksamen Augen
Und siehe da – es zwinkert mir zu und sagt: Hör nicht auf an deine Träume zu glauben

(September 2011)

500 years later…

22 Jul

A few days ago I went to the lake for a stand up paddle session. The whole building of the bath where i had my board is built on stilts, so the water is right below. Really enjoyed the session but was already late for work. Back in the locker room I grabbed my Jeans and „klooooiiinnngg“ – heard something drop on the floor and falling through the duckboards. My appartment key. Gone. Lying on the bottom of the lake. And my flatmate on holidays for three weeks. Already imagined myself sleeping under a bridge 😉 Managed to organise a spare key. How many keys must lie beside mine on the bottom of the lake already? In 500 years, when the lake has dried out and archaeologists are digging for little treasures, they will find a spot full of keys. What questions will they ask themselves? Why are there so many keys in one spot? Was it a weird tradition of the people back in the days? Nope, simple answer: Just stupid people loosing their keys due to carelessnes 😉