Archiv | Februar, 2014

Bürogummi

27 Feb

Unsinngedicht Nr. 1:

Im Sand am Strand
Surfbrett in der Hand
Der Blick auf die Wellen gerichtet
Alle Gedanken an die Arbeit vernichtet
Der Schweiss rinnt in Strömen runter
Bier und Magnum machen mich wieder munter
Ein bisschen Unsinn schreiben liegt auch drin
Denn Bali und die Hitze sind nicht schlimm
Da kommt mir gerade siedend heiss in den Sinn:
Schlimm ist, dass ich ein Bürogummi bin.

Geschrieben heute Mittag, nach einem super tollen Surf und einem Blick auf das heutige Datum. Das heutige Datum… Unglaublich nah an meinem Rückflug zurück in die Schweiz, zurück an meinen Bürotisch, zurück in ein geregeltes Arbeitsleben. Na Prost dann, ich geh jetzt erst mal was essen und mich massieren lassen.

Bali mit neuen Augen: Die Verrücktheiten des Strassenverkehrs

23 Feb

Wer denkt, er könnte nie und nimmer eine Strasse flicken und ausbessern, der irrt sich gewaltig. Das kann jeder, ohne Zweifel. Zumindest in Bali. Wirklich JEDER! Und den Formen und Auswüchsen sind keine Grenzen gesetzt. Die einzige Regel: Die Flickstellen müssen möglichst gut sichtbar sein und den Rädern des Mopeds so viele Schwierigkeiten wie möglich bereiten. Dabei sollte auch die künstlerische und kreative Seite nicht zu kurz kommen: Wellig, hügelig, dellig – alles erlaubt, nur nicht flach und gerade.

Eine weitere Besonderheit im balinesischen Strassenverkehr sind die irren Überholmanöver. Als Mopedfahrer schwebt man in ständiger, ununterbrochener Lebensgefahr. Busse kommen einem hupend und dröhnend auf der eigenen Strassenseite entgegen im Wissen, dass sie mit ihrer Grösse in jedem Fall überlegen sind. Als einzige mögliche Reaktion bleibt nur noch das Ausweichen an den Strassenrand. Kurven sind in der Beliebtheitsskala der Überholorte bei Männern ganz oben. Ich wage mal zu behaupten, der Testosteron- und Adrenalinspiegel spielt dabei eine nicht ganz kleine Rolle.

An Ampeln ist es immer wichtig, die absolute Poleposition innezuhaben. Durchdrängeln um jeden Preis, bis man ganz zuvorderst steht, den Blick starr auf die Ampel gerichtet, um schon zwei Sekunden vor Grünschaltung mit Vollgas losrasen zu können.

Übrigens gibt es in Bali tatsächlich Geschwindigkeitsbegrenzungen. Nur hält sich erstens keiner dran und zweitens gibt es schlichtweg keine Geschwindigkeitskontrollen.

Polizeikontrollen gibt es jedoch zuhauf. Der Trick, einer Kontrolle aus dem Weg zu gehen (z.B. wenn man keinen internationalen Führerausweis mit dabei hat oder ohne Helm fährt), sich möglichst hinter einem Lastwagen verstecken, damit die Polizisten nicht sehen, dass ein Ausländer angefahren kommt. Und wenn sie trotzdem mit ihren Trillerpfeifen schrillen und einen rauswinken, den Blick einfach abwenden, stur weiterfahren, einen eleganten Bogen um den Polizisten herum fahren und einfach davon düsen. Wenn das einem dummerweise einmal nicht gelingt, immer freundlich lächeln, erzählen wie schön Bali ist, wie gut es einem gefällt und sich entschuldigen, dass man die nötigen Papiere nicht dabei hat oder ohne Helm gefahren ist, einen IDR 50’000-Schein (ca. EUR 5) hinstrecken, überschwänglich versichern, dass man sich gleich um die nötigen Massnahmen zur Erlangung der Gesetzestreue bemüht und nett fragen, ob man denn nun weiterfahren darf.

Stau ist auch ein oft gesehenes Übel auf balinesischen Strassen. Einerseits wegen engen oder löchrigen Strassen, auf denen zwei Autos nur ganz knapp und mit viel Manövrieren aneinander vorbeikommen, andererseits wegen Fahrern, die ihre Autos, Lastwagen oder Motorräder irgendwo am Strassenrand parken und keinen Gedanken daran verschwenden, dass sie so den flüssigen Verkehr erheblich erschweren. An Kreuzungen gibt es keine Vortrittsregel oder Reissverschlussprinzip, sondern es wird von allen Seiten gedrängelt, bis man irgendwie durchgekommen ist. Oder eben auch nicht. Dann geht einfach mal eine halbe Stunde nichts, weil niemand weder vor noch zurück kommt. Irgendwie entwirrt sich das Knäuel schlussendlich aber doch.

Absoluten Vorrang haben balinesische Zeremonien. Ganze Prozessionen gehen dann gemütlich in ihrem Tempo auf der Strasse entlang. Egal welche Strasse. Egal wie stark befahren. Egal, ob dadurch ein mindestens 3-stündiger Stau ausgelöst wird. Die Prozession hat Vorrang, die Strasse wird einfach gesperrt oder – falls es die breite der Strasse erlaubt – der Verkehr nur noch einspurig durchgelassen.

Gemäss Statistik sterben jeden Tag 8 Personen im balinesischen Strassenverkehr. Auf einer Insel, die flächenmässig nur ca. 1/8 der Schweiz ausmacht und über 3 Millionen Einwohner beherbergt, die Touristenströme nicht miteingerechnet. Zum Vergleich: Auf Schweizer Strassen stirbt pro Tag eine Person.

Und doch scheint das Chaos einer gewissen Ordnung zu folgen und der Verkehr funktioniert trotz Ignorieren der meisten Verkehrsregeln erstaunlich gut.

balinese-people

Bali mit neuen Augen – Higheels in Bali

17 Feb

Highheels sind was schönes. Sexy. Ein unverzichtbares Accessoire für eine Frau. WENN man darin Laufen kann. Ich habe es nun das erste Mal in Bali gewagt, meine Highheels, die ich immer dabei hab, auch wirklich einmal anzuziehen.

Ich in Highheels: Wie auf Eierschalen, panisch nach jeder Möglichkeit suchend, sich irgendwo festhalten zu können, den Blick starr auf den Boden gerichtet.

Die anderen in Higheels: Graziös und elegant, mit kokettem Augenaufschlag und sicherem Schritt.

Die Ladyboys in Higheels: Noch graziöser, eleganter, mit dem kokettesten Blick und sichersten Schritt, den man sich nur vorstellen kann.

Meiner Meinung nach sind balinesische Böden, ob drinnen oder draussen, einfach suspekt. Uneben, mit Löchern gespickt und Hindernissen bestückt. Mit Absicht darauf bedacht, den Füssen möglichst viel Ungemach zu bringen. Es verwundert mich schon ein bisschen, dass in Bali bis jetzt keine Epidemie von Schlaglochphobie ausgebrochen ist.

Fazit:

Balinesische Böden sind böse und Übung macht den Meister.

Bali mit neuen Augen – Zuhause und andere Geschichten

15 Feb

Bin gerade mal 48 Stunden auf der Insel und ich habe das Gefühl, nie weggewesen zu sein. Es ist wunderschön, wieder in meinem zweiten Zuhause angekommen zu sein. Die Gerüche, die Hitze, die feuchte Luft, der ganze Lärm, das ganze Durcheinander, die Leute, das Meer. Einfach Alles. Mit jedem Blick, mit jedem Atemzug sauge ich ganz Bali in mich auf.

Und doch: Es ist wahnsinnig, in welcher Geschwindigkeit sich das Bild einer Strasse oder eines Ortes ändern kann. Bekannte Restaurants und Läden sind verschwunden, dafür neue entstanden. Es herrscht einfach ein unglaubliches Tempo. Als ich heute zu einem Freund fuhr, um meine gelagerten Sachen bei ihm abzuholen, fuhr ich auf einer Strasse, die ich monatelang mehrmals täglich gefahren bin. Und erkannte sie nicht wieder. Kein bisschen. Ich wusste, dass ich auf der richtigen Strasse fahre, aber es war nicht mehr der durchlöcherte Schotterweg von früher, sondern eine geteerte Strasse mit Mittelstreifen. Das hat mich dermassen verwirrt, dass mir mein eh schon nicht sehr ausgeprägter Orientierungssinn fast gänzlich abhanden gekommen ist.

Ist mir aber gelungen, das richtige Haus zu finden. Meine drei Bretter sind wieder bei mir. Frisch ausgepackt, gewachst, mit Finnen und Leash versehen.

Wollte gerade mal zum Strand runter fahren und schauen, ob es irgendwelche surfbare Wellen gab. Und da sitzt tatsächlich ein Balinese neben einer Barriere und will IDR 2’000 fürs Parken. Es sind zwar nur 20 Rappen, aber trotzdem. Jahrelang fuhr ich hierher und es war immer frei. Aber die Banjars (das sind die Verwaltungen der Dörfer), kommen immer mehr und mehr auf den Geschmack, wo immer möglich was dazuzuverdienen. Naja, solange das Geld der Dorfbevölkerung zugute kommt, aber man weiss ja nie, in welchen Taschen sonst so das Geld verschwindet. Wie kürzlich schon einmal bemerkt: Indonesien ist auf der Rangliste der korruptesten Länder auf einem Spitzenplatz.

Um meiner Empörung noch Stärke zu verleihen, entschied sich der Wind just in diesem Moment, ein paar Sturmböen zu schicken, so dass sich die Palmen bogen. Um noch eins drauf zu setzten, liess Petrus auch gerade noch eine schöne Portion Himmelswasser runter regnen. Wer sich mit Wellen ein bisschen auskennt, weiss, dass es zu diesem Zeitpunkt bestimmt keine Wellen gibt, also ging ich zurück auf mein Zimmer und machte es mir da gemütlich. Von meinem Sitzplatz aus kann ich nämlich die Spitze einer der Strandpalmen sehen, die mir von nun an als Windmesser dient. Je nach Schwankstärke der Palmenwedel kann ich etwa abschätzen, ob sich der Gang zum Strand lohnt oder nicht. Sehr praktisch.

Am späten Nachmittag war es tatsächlich soweit, dass ein paar kleine Wellen lockten. Ich wagte es als erstes ins warme Nass und hatte bis zum Einbruch der Dunkelheit total viel Spass. Ich verdränge jetzt mal, dass meine zurzeit ziemlich schwächlichen Arme und vor allem meine Rippen nach dem Aufwachen wahrscheinlich einige giftige Schmerzpfeile abschiessen werden.

Abends beim Nachtessen im Restaurant Bow in der Jalan Batu Belig (super schön und lecker) musste ich gefühlte literweise Tränen lachen. Und zwar wegen einer tragisch-komischen Liebesgeschichte, die sich ungefähr im Jahr 1989 zugetragen hat. Erzählt mit trockenem Humor unter noch mehr Lachtränen. Eine Geschichte, die so romantisch begann, verrückt ohne Ende war und absolut tragisch endete. Ein Typ, wie er romantischer nicht sein konnte, leider auch ein Typ, wie er egoistischer bzw. narzisstischer nicht sein konnte. Wenn ich die Erlaubnis von der Dame kriege, würde ich die Geschichte gerne einmal posten.

Meine Freundin und ich gingen dann später noch einmal ins Favela, weil ich ihr unbedingt die Location zeigen wollte. Bäume, die in den Räumen wachsen, eine Aussenterrasse wie aus dem Dschungel, viel Liebe zum Detail. Ich bin begeistert. Aber die beste Entdeckung war heute die Toilette: Eine frauengerechte Toilette. Ein riesiger Raum, mit Sofas zum plaudern und sich die Nase pudern (Frauen können einfach nicht alleine aufs WC), einem alten Zahnarztstuhl (oder war es ein elektrischer Stuhl? Schwer zu sagen) und einer altmodischen Waage, die man mit Gewichten selber einstellen muss (ist mir übrigens auch in nicht alkoholisiertem Zustand nicht gelungen. Das ganze hat ein angenehmes Wohnzimmerfeeling.Heute war die Bar leer (wir wollten eigentlich schöne Männer schauen gehen). Aber freitags ist immer Party. Und dann ist es brechend voll. Vielleicht nächsten Freitag.

Bali ist einfach interessant. An jeder Ecke, überall wo man hingeht, trifft man interessante neue Leute. Man hört so viele Lebensgeschichten, Erfahrungen, es gibt so viel zu diskutieren, zu bereden, zu lachen. Bali, die kleine Insel, bietet, so wage ich zu behaupten, die dichteste Dichte an einem bunten, kreativen, geschäftigen und eben höchst interessanten Menschenmix, den es auf dieser Welt gibt.

So, in weniger als vier Stunden muss ich wieder aufstehen, da ich gerne ins Morgenyoga in Bingin will. Ein weiter Weg für ein bisschen Yoga, aber es ist eben Ted’s Yoga. Das ist guuuuuut.

Und ja, ich glaube, ich habe heute während dem Schreiben mindestens 15 Schokobons verdrückt. Mein „Bettmümpfeli“, wie man auf gut „Züri-Düütsch“ sagt. Gute Nacht Welt.

Sotschi – Russkij-Kolummnijskij

15 Feb

Vor ein paar Tagen habe ich die Sportkolumne von den beiden russischstämmigen Redaktoren Anastasia und Gregory im Blick am Abend gelesen. Es geht eigentlich um Korruption. Um die Ausbeutung von Menschen. Um das Zerstören der Natur. Um die teuersten Winterspiele aller Zeiten. Darum, ob all dies zum Wohle gewisser Umstände akzeptabel ist. Und um eine etwas andere Sichtweise auf das Ganze, als wir es gewohnt sind.

Auf die Frage, was man denn in Russland von den teuersten Spielen aller Zeiten halte, antwortete eine Bekannte aus St. Petersburg: „Äh, hör doch auf. Es ist ja nicht so, dass diese 50 Milliarden – falls es nicht noch viel mehr sind – sonst dem Volk zugute gekommen wären. Vielmehr wären sie irgendwo auf Schweizer Bankkonten unserer Oligarchen verteilt worden. So haben wir wenigstens ein bisschen was davon.“ Irgendwie sinnbildlich für die emotionale Zwickmühle, in der sich die Russen in diesen Tagen befinden.

Wann immer Geld zuhauf für etwas ausgegeben wird, was in keinem Verhältnis zum Gebotenen steht und auch jeder Vernunft und Logik entbehrt, wenn dabei die Umwelt draufgeht und Menschen misshandelt werden, dann geht ein Aufschrei der Empörung durch die westliche Welt. Vielleicht in diesem Fall auch durch Russland. Zu Recht würde ich sagen.

Und doch: In der Kolumne wurde mit wenigen Worten ganz einfach eine Wahrheit auf den Punkt gebracht, die in ihrer Schlichtheit doch sehr aussagekräftig ist.

Ich glaube, über die Spiele könnte man Seiten füllen. Über Korruption auch. Indonesien ist eines der korruptesten Länder der Welt. Zum Nachteil, aber auch zum Vorteil vieler. Der Polizist in Bali, der vor Allem gerne ausländische Verkehrsteilnehmer „ausnimmt“? Von dieser Ergänzung zu seinem Lohn können seine Kinder vielleicht Studieren, was sie sonst nicht gekonnt hätten. Kim, die ihre abgelaufenen Motorradpapiere gegen einen kleinen Aufpreis bei einem Freund eines Freundes, der im Verkehrsamt arbeitet, ohne Busse und ohne stundenlange Wartezeit auf dem Amt neu ausstellen lässt?

Anyway, ich will gar nicht mehr dazu sagen, als dass die Welt ohne dieses Übel eine bessere Welt wäre, wir alle jedoch trotzdem schon in der einen oder anderen Weise davon profitiert haben.

Hoffen wir auf möglichst viele Schweizer Goldmedallien! Wenn schon, denn schon!

Geschrieben in Bali, morgens früh (um 8:00) nach einer 20-stündigen Reise, einem kleinen Ausflug ins balinesische Nachtleben und nur 4 Stunden Schlaf.

Source: www.iofp.de

Bali mit neuen Augen – der erste Tag…

14 Feb

Der Flug nach Bali verlief dieses Mal glücklicherweise unspektakulär. Nur in Frankfurt kam ich ganz kurz ins Schwitzen, als ich noch im Schweizer Flieger sass und die Lufthansa bereits mit dem Boarding des Anschlussfluges begonnen hat. Und da fällt mir gerade ein, dass ich beim Einchecken vergessen habe, meine Tasche abzuschliessen und in Plastik einwickeln zu lassen. Hatte deshalb einen ganz kurzen Anflug von Paranoia. Ins Gepäck gesteckte Drogen und so. Alles halb so wild, meine Tasche und ich sind wohlbehütet auf der Insel angekommen.

Da Valentinstag war, haben wir alle von Singapur Airlines noch eine süsse Karte mit Schokolade gekriegt. „Love is in the air“. Sprichwörtlich.

Mein Vorsatz, Bali mit neuen Augen zu betrachten, konnte ich schon im Flughafen umsetzen. Der ist jetzt nämlich fertig renoviert bzw. umgebaut und hat nichts mehr mit dem alten Flughafen gemein. Sobald die “freischaffenden” Taxifahrer gemerkt haben, dass ich kein Neuling mehr auf Bali bin, haben sie mich höflich an den offiziellen Taxischalter verwiesen (mit mir war halt kein lohnenswertes Geld zu verdienen).

Soweit so gut. Diesmal hatte ich einen ruhigen Taxifahrer, der nichts geredet hat. Ich erinnere mich an das eine Mal, als ich zuerst über meinen Heiratsstatus ausgefragt wurde, dann ob ich einen Freund habe, und beim Verneinen kam dann der Heiratsantrag und dass er bestimmt sehr gut für mich sorgen würde. Alles ernstgemeint. Ich habe mich dann höflich bedankt und darauf hingewiesen, dass ich keine Zeit zum Heiraten habe, da ich ja die ganze Zeit Surfen muss. Diese Ausrede wurde zwar mit leichter Enttäuschung, jedoch trotzdem sehr grossmütig akzeptiert.

Ging für die erste Nacht zu meiner langjährigen Freundin Barbara. Barbara ist toll. Sie ist mittlerweile 68 Jahre alt, hat vor zwei Jahren mit Ballet begonnen, letztes Jahr zusätzlich noch mit Trapezakrobatik und dieses Jahr geht sie immer mal wieder ins Poledancing. Wenn wir zusammen Party machen, bin nicht ich diejenige, die als erstes ins Bett geht. Gestern war es jedoch sie. Nach einer 20-stündigen Reise, ein paar Stunden quatschen mit Barbara und einer hart verdienten Dusche konnte ich der Aufforderung eines Freundes, noch ein bisschen ins Nachtleben einzutauchen, nicht widerstehen. Die Suche nach einem Taxi gestaltete sich anfangs ziemlich erfolglos. Rauchende Taxifahrer wollten nicht mit Taxameter fahren, sondern einen horrenden Fixbetrag vereinbaren. Ach ja. Bali ist ja nicht mehr die Billiginsel, die sie mal war. In gewissen Regionen (wie Seminyak) können es sich die einen Einheimischen ja leisten, sich normale Fahrten durch die Lappen gehen zu lassen. Ist ja viel zu anstrengend, wenn man zahlungskräftige, weil eh alkoholisierte, Nachtschwärmer befördern kann.

Stand also ein bisschen verloren am Strassenrand. Ein aufmerksamer junger Balinese kam mit seinem Moped angedüst und offerierte mir für einen fairen Preis die Fahrt an den gewünschten Zielort. Nach einem Blick auf sein Moped (neu und glänzend), seine Kleider (Hemd) und seine Haare (gepflegte Kurzhaarfrisur) stufte ich ihn als vertrauenswürdig, beschloss, auf mein gutes Bauchgefühl zu vertrauen und sass hinten drauf. Im Null Komma nichts war ich da. In Zürich würde ich mich nie getrauen, mich einfach so von einem Fremden transportieren zu lassen. Hier ist es jedoch gang und gäbe.

Das Klubleben in Bali ist zwar nicht vergleichbar mit gutem Ausgang in unseren Breitengraden, es gibt mittlerweile jedoch schon einige gute Ecken. Waren zuerst im Townhouse und dann im Favela. Das Townhouse in Oberoi ist ganz ok. Das Favela ist toll. Immer freitags ist Party. Mehr zum Favela im nächsten Post. Bin irgendwann todmüde in das bequemste Bett ganz Indonesiens gefallen und hab wie ein Stein ganze vier Stunden lang geschlafen. Dann war es schon wieder Zeit für einen nächsten, hoffentlich ereignisreichen Tag.

Am Ende der Welt

5 Feb

Am Ende der Welt wo der Anfang beginnt
Am Ende der Welt wo die Zeit nicht verrinnt
Da sitze ich mit baumelnden Beinen
Sitze da und lass meine Gedanken reimen

Kann man am Ende der Welt noch weitere Schritte gehen?
Kann man am Ende der Welt noch weitere Horizonte sehen?
Oder ist die Welt genug der Welt, brauchen wir keine Neue?
Wenden wir uns ab oder halten wir ihr die Treue?

Am Ende der Welt wo nichts alles ist
Am Ende der Welt wo Wissen alles vergisst
Da sitze ich mit träumenden Augen
Sitze da und lass mir meine Sorgen rauben

Kann man am Ende der Welt einfach stehen bleiben?
Kann man am Ende der Welt den Stillstand vermeiden?
Oder ist die Ruhe genug der Ruhe, brauchen wir keine Eile?
Rennen wir rum oder bewegen wir uns mit Weile?

Am Ende der Welt wo Fragen Antworten sind
Am Ende der Welt wo wir denken wie ein Kind
Da sitze ich gemütlich auf dem Weltenrand
Sitze da und denke allerhand

Geschrieben heute nach Mitternacht, als ich schon längstens im Bett schlummern sollte.