Archiv | Januar, 2014

Schwarzweiss

10 Jan

Die Freuden des Lebens liegen manchmal verborgen
Unter Tonnen begraben, bestückt mit Sorgen
Die Freuden des Lebens sind manchmal verschwunden
Um sie herum ein dunkles Netz gewunden

Träume, vor der Sonne versteckt, huschende Ratten
Träume, in den Tiefen der Nacht, umgeben von Schatten
Scherben, scharfe Kanten, du blutest rotes Leben
renn‘ so schnell du kannst, deine Träume sind vergeben.

Es ist als schwebst du hilflos unter Wasser
Die Luft wird knapp, die Seele immer nasser
Das Licht scheint an der Oberfläche, unerreichbar fern
Und dennoch hast du das Leben so unglaublich gern.

Deshalb jagst du die Schattengedanken hinfort
Kämpfst dich zurück ins Leben, Wort um Wort
Schreibst deine Gedanken auf, Musik in den Ohren
Die Schattengedanken können dir nicht mehr drohen.

Lächeln.
Lachen.
Kopfschütteln.
Noch mehr Lachen.

Schon liegen die Freuden des Lebens wieder vor deinen Füssen
Sie waren nur kurz fort, lassen freundlich grüssen.
„Was warst du bloss so verzweifelt“ fragen sie dich
Wir lassen dich doch niemals einfach so im Stich

Trockne deine nasse Seele, lass sie wärmen
Von der warmen Sonne umschwärmen
Auch deine Träume waren nie versunken
Vielleicht nur ein wenig von deiner Traurigkeit betrunken.

Das Leben besteht aus Bergen und Tälern
Du solltest es durch Nichts und Niemanden schmälern
Das Leben besteht aus Tag und Nacht, das sag ich dir.
Ich sag es nicht nur dir, ich sag es auch mir.

Heute geschrieben aus einer Laune heraus. Weil vieles so ist, wie ich es gerade nicht will… Und mein Leben doch trotzdem so viel Schönes birgt. Lachen ist die beste Medizin.

Barcelona Beauty

8 Jan

Neujahr ist immer so eine Sache. Soll man wild feiern? Oder gemütlich zu Hause bleiben? Oder Neujahr gar verschlafen? Oder ignorieren? Dieses Jahr war mir nach „Er-LEBEN“ zu Mute. Deshalb hab ich vier Tage vor Jahresende ungeachtet der horrenden Ticketpreise einen Flug nach Barcelona gebucht. Da teure Hotelübernachtungen mein Budget definitiv gesprengt hätten, hab ich auf Couchsurfing nach einem kostenlosen Sofa gestöbert und auch gleich eines gefunden. Eine super Sache, die nicht nur den Geldbeutel schont, sondern auch gleich direkt Kontakte zu Locals schafft.

Leicht bepackt machte ich mich am 30.12.2013 abends auf den Weg zum Zürcher Flughafen. Wie erwartet hatten Tausende von Leuten die gleiche Idee und so herrschte ein reges Treiben. Vueling, bekannt dafür, Flüge zu überbuchen (hab ich mir sagen lassen) hat auch an meinem Abflugtag nicht enttäuscht: Ein Aufruf an Freiwillige, die erst am nächsten Morgen früh fliegen würden, bestätigte dies. Angeboten wurde eine Übernachtung im Hotel und eine Entschädigung von EUR 250. Lange überlegen musste ich nicht, denn Zeit hatte ich ja zur Genüge.

Eine gute Entscheidung. Nicht nur wegen des Geldes, denn eigentlich hat sich das Ganze wegen des unglaublichen Zeitaufwandes (2 h für alles Administrative, Umsteigen in Madrid, noch mehr Adminitratives in Spanien) gar nicht gelohnt, aber wegen meiner Mitfreiwilligen. Zwei hochinteressante Menschen, die durch ihre (harten und schmerzhaften) Erlebnisse in ihren Leben eine extrem positive Lebenseinstellung gewonnen haben. Inspirierende Begegnungen und ich hoffe, dass sich dieses erste Zusammentreffen zu einer fortdauernden Freundschaft entwickeln wird.

Am letzten Jahrestag abends habe ich meine beiden guten Bali-Freunde Gilles und Jordi getroffen. Wir gingen erstmal gemütlich in einem kleinen, charmanten, von Einheimischen frequentierten Restaurant essen. Eine Augenweide und eine Gaumenfreude war es.

Traditionellerweise schlagen zu Neujahr um Mitternacht die Glocken zwölfmal und zu jedem Glockenschlag ist eine Traube zu essen. Wir standen also kurz vor Mitternacht auf einem grossen Platz, in Erwartung eines Countdowns, der Glockenschläge und des Feuerwerkes, Trauben zum runterschlucken parat. Da Jordis Mutter erbarmen mit uns armen Touristen (Gilles und mir) hatte, die sich ja nicht gewohnt waren, so rasch so viele Trauben zu essen, hat uns diese geschält und entkernt.

Barcelona, eine Millionenstadt, ist doch überschaulich geblieben. Das Zentrum ist gut zu Fuss zu erkunden und so bin ich bestimmt mindestens gefühlte 10’000 km in meinen neuen (und einen Tick zu kleinen) Schuhen durch alle Gassen gelaufen. Liebhaber von alter Architektur kriegen hier einiges fürs Auge geboten: Wunderschön gestaltete, verschnörkelte und bemalte Fassaden, Antoni Gaudis Werke und pompöse Kathedralen und Stadtgebäude.

Barcelona Gaudi

Barcelona Fassade

In den engen Gassen sind Holztore und Eisenstore mit vielerlei Sprayereien „geschmückt“. Diese Kunstwerke sind zwar von wechselnder Qualität, tragen jedoch massgeblich zum Charme der Altstadt bei.

Auch kulinarisch hat Barcelona definitiv Köstliches zu bieten: Verschmäht man die stark frequentierten Touristenrestaurants auf der Shopping-Meile „La Ramblas“ oder in den grösseren Gassen und wendet sich stattdessen unscheinbaren einheimischen Tavernen zu, wird der Gaumen bestimmt staunen. Vollgeproppt mit Spaniern, teils mit Plastik-Stuhl-Charme, wird vergnügt Berge von Tappas verdrückt und dazu das leckere spanische Bier „Estrella“ getrunken. Das Bier gibts sogar in Frauen-Grösse, nämlich in 2 dl Flaschen, was es zu meinem Lieblingsbier für das Jahr 2014 macht.

Eine weitere Leckerei sind die „Churros“. Es scheint mir, dass diese traditionellerweise mit Chocolate und viel Sahne genossen werden. Eine Kalorienbombe sondergleichen, aber ein „Muss“ auf jedem Spanientrip. Meine Geschmacksnerven waren auf jeden Fall absolut verzückt.

Barcelona Churros full

Da der Wellengott einigermassen gnädig gestimmt war, hat er sogar ein paar Miniwellen nach Barcelona geschickt. Da ich auf ein kleines Surfvergnügen gehofft hab, hatte ich auch meinen Neoprenanzug mit dabei. Eine halbe Stunde und ein paar kleinen Wellen im kalten Wasser später war ich glücklich und hatte das Jahr 2014 zu einem guten Jahr deklariert.

Prost Neujahr!

Ausgeträumt

7 Jan

Es war einmal, da schwebte ein kleiner Gedanke durch die Luft
Er hatte jemanden rufen hören und folgte seinem Duft
Der kleine Gedanke spitzte seine Ohren und reckte seine Nase
Er fand sie alle – duftende Traumseifenblase um Traumseifenblase
Bis er den Träumenden erreichte und in seinem Kopf versank
Ihn mit einer grossen Idee betrank
Und wachte der Schlafende nach diesem Besäufnis auf
Da begann der Traum seinen rasenden Lauf
Auf Beinen fest mit der Gegenwart verbunden
Ist er flink in die Wirklichkeit entschwunden.

Eines meiner älteren Gedichte, geschrieben im Februar 2012…

Grenzgänger

6 Jan

Eine Linie, gerade oder verknäuelt
Eine Linie, dünn oder breit
Eine Linie, egal welche Form.
Eine Linie, eine Grenze.

Geh ich links oder rechts davon?
Oder gar darauf?
Ist sie überhaupt da?
Oder ist sie eine Täuschung?
Kann ich sie wegwischen?

Eine Linie, gerade oder verknäuelt
Eine Linie, dünn oder breit
Eine Linie, egal welche Form.
Eine Linie, eine Grenze.

Was ist, wenn sie verschwindet?
Immerhin gibt sie Halt.
Die Linie.
Die Grenze.
Egal welche Form.

Geschrieben heute. Mit müden Augen. Es ist vier Minuten vor Mitternacht…

In zwei Stunden um die Welt…

6 Jan

Wenn man will, kann man auch in zwei Stunden um die Welt reisen. 40’000 km sind das. Hab ich dieses Wochenende gemacht. Nämlich im Musuem Rietberg in Zürich. Ein wunderschönes, riesengrosses Völkerkundemusuem mit Ausstellungsstücken aus aller Welt.

Die Sonderausstellung „Sehnsucht Persien“ bringt dem Interessierten Kunst im persisch-europäischen Dialog (1590 – 1720) sowie Gegenwartskunst aus Teheran nahe. Vor allem beeindruckt war ich von der Klage-/Wunschmauer, die die israelische Klagemauer in Jerusalem und die Grenzmauer zum Gazastreifen verbindet sowie von den kunstvoll drapierten Haaren, die eigentlich die Läufe von Maschinengewehren verdecken. Leider weiss ich nicht mehr, welche Künstlerin das war, aber ich werde es posten, sobald ich die Info gefunden habe. Ich weiss eigentlich auch nicht mehr genau, welche Message die Künstlerin ausdrücken möchte, aber ich weiss, dass ich nur schon vom Anschauen der beiden Objekte extrem bewegt war.

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Auch die Sammlung, die Ausstellungsstücke sämtlicher Herren Länder zeigte, hatte einige interessante Objekte zu bieten. Vor allem uralte Objekte. Einige davon tausende von Jahren alt und immer noch in einwandfreiem Zustand. Oder 500-jährige Zeichnungen und andere erstaunliche Sachen.

Zum Schmunzeln gebracht hat mich der süsse Hintern von Balakrishna aus Indien (Krishna als Kleinkind) und die erigierten Brüste von Rati, der Göttin der Leidenschaft und Liebe aus Bali, Indonesien.

Ein gut investierter Sonntagnachmittag, obwohl man in den Räumen des Museums nichts vom Sonnenschein mitgekriegt hat.