Archiv | Dezember, 2013

Die uneinsichtige Zeit

8 Dez

Die Zeit kriecht, steht fast still…
Warum? Weil sie nicht vergehen will.
Oder sie zerrinnt in Windeseile
Verjagt erbarmungslos gemütliche Weile.

Doch nie macht die Zeit, was man sie fragt.
Nie macht sie, was man ihr sagt.
Einfach nie.

Geschrieben in ungeduldiger Erwartung, dass der noch 2.5 Tage entfernt liegende Abflugstag nach Thailand sich endlich ein bisschen mehr beeilt und im Wissen, dass die nachfolgenden 12 Ferientage wie im Flug vergehen werden. Unaufhaltsam. Und schnell. Viel zu schnell.

P.S. zur uneinsichtigen Zeit:

Obwohl ich oben die Zeit gerade etwas in die Zange nehme, komme ich doch nicht umhin, noch ein paar Worte zur Zeit hinzuzufügen:

Wann immer ich auf meinen Reisen in Asien und Brasilien war, fand ich, die Zeit verging schnell und langsam gleichzeitig. Schnell, weil ein Tag einfach so verflog. Langsam, weil man auf (Langzeit-)reisen einfach alle Zeit der Welt hat, zu tun, wonach einem gerade ist.

Und auch langsam, weil in Asien und Brasilien immer alles mindestens dreimal länger dauert, als in der Schweiz. Und wenn man zum Beispiel was bestellt, dann wird auch mindestens die Hälfte gleich wieder vergessen und man erhält entweder nichts oder das Falsche. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gerade dieses „alle Zeit der Welt haben um zu tun, wonach mir gerade ist“ ist für mich ein Schlüssel zu innerer Zufriedenheit. Mein Leben und meinen Tagesablauf selbst bestimmen können. Ohne Zwang. Ich könnt hier grad noch weiter philosophieren, aber das wär wieder ein anderes Thema.

In Indonesien sagt man der Zeit auch „jam karet“ – Gummizeit oder dehnbare Zeit. Das heisst ganz einfach: Nimms locker. Ob 5 Minuten oder 5 Stunden, was für eine Rolle spielt’s? Der in der westlichen Welt allgemeingültige Slogan „Zeit ist Geld“ hat in südostasiatischen Ländern keine Bedeutung.

Und wann immer ich so viel Zeit zu meiner Verfügung habe, um zu machen, wonach mir gerade ist, wird mir bewusst, wie viel Glück ich in meinem Leben habe. Wie wertvoll Zeit ist. Und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit in meinem Leben hab, die Zeit in ihrer ganzen Vielfältigkeit zu nutzen und zu geniessen und immer wieder neu zu entdecken.

Leben

6 Dez

Ich renn barfuss durch den Regen um lauthals zu lachen
Ich tanz wild durch die Nacht und lass es ordentlich krachen
Ich steig in den Flieger und reis 10’000 Meilen
um ein paar kostbare Tage mit dir zu teilen
Ich erlaube mir, glücklich zu sein, eine rosa Brille zu tragen
Ich erlaube mir zu geniessen ohne zu fragen
Ich möchte grenzenlos denken und bunt träumen
keine Facette des verrückten Lebens versäumen
Ich schwimm nicht mit oder gegen den Strom
nein, ich klink mich kurz aus, verharre in Ruhe
Suche mich in meiner inneren Truhe
Darin finde ich mich und die Freude am Leben
Sie gibt mir Sinn und Kraft nach mehr zu Streben
mich auf eine neue Reise zu begeben.

Das Leben ist zu kurz um in der Vergangenheit zu hängen.
Das Leben ist zu kurz um sich in der Zukunft zu verfangen
Die schönsten Dinge auf der Welt kann man nicht erklären
sondern nur mit dem Herzen sehen und hören.

Dürfen wir uns erlauben, unvollkommen zu sein?
Dürfen wir uns erlauben, albern zu sein?
Gib dem Leben die Hand und lass dich überraschen
lass das Leben deine Geschichte verfassen
Steig auf hohe Berge um zu staunen
Höre die Wolken Lieder raunen
Reise mit dir und mir in die Nähe und Ferne
Greif mit beiden Händen nach dem Licht der Sterne.
Kann man nicht den Ozean in einer Nussschale überqueren?
Darf man Bäume umarmen und Blumen verehren?
Dürfen wir in Musik und Worten versinken?
Uns mit dem grössten Unsinn betrinken?

Das Leben ist zu kurz um in der Vergangenheit zu hängen.
Das Leben ist zu kurz um sich in der Zukunft zu verfangen
Die schönsten Dinge auf der Welt kann man nicht erklären
sondern nur mit dem Herzen sehen und hören.

Verfasst von mir, heute nach Mitternacht, mit Chang-Bier im Blut und Curry im Bauch, in Zürich. For T.T.