Den nächsten Tag hab ich vor Allem damit zugebracht, Leute zu besuchen, die ich kenne. Allen voran meine liebe Kyoko. Kyoko hab ich vor ein paar Jahren in Chiang Mai kennengelernt, habe sie vorletzten Sommer in Ibiza besucht, letzten Sommer hat sie mich in Bali besucht und heute treffe ich sie wieder in Chiang Mai.
Ich hab auf meinen Reisen schon so viele so tolle Leute getroffen, die seither, auch wenn die ursprüngliche Zeit, die man miteinander verbracht hat, kurz war, Herzensfreunde geblieben sind. Und wie es unter Reisenden so ist, besucht man sich gegenseitig oder trifft sich irgendwo auf der weiten Welt wieder, ob geplant oder zufällig.
Der Kreis schliesst sich immer irgendwie, die Zeit, die zwischen dem letzten und aktuellen Aufeinandertreffen vergangen ist, löst sich blitzschnell ins Nichts auf, und man ist beste Freunde wie seit eh und je. Und gerade diese Freundschaften, die so unkompliziert sind, voller gegenseitiger Zuneigung und die nicht an Zeit und Erwartungen gebunden sind, erwärmen oft mein Herz und treiben mich an, immer wieder in die weite Welt hinauszuziehen.
Wieder zurück zu Kyoko: Wir sitzen gemütlich in einem Yoga Cafe und tauschen Neuigkeiten aus, als uns ein weiteres bekanntes Gesicht begegnet. Diesmal eines, über welches wir beide nicht allzu erfreut sind. Die Kleinheit der Welt hat manchmal auch seine Nachteile. Und wie man sich über bekannte Gesichter freut, die man irgendwo im Nirgendwo überraschenderweise wieder trifft, so laufen einem auch immer wieder Leute über den Weg, die man eigentlich gar nicht mehr sehen will.
Und so frage ich mich: Zufall oder Schicksal? Wie ist es möglich, dass man zum Beispiel in einer Millionenstadt wie Bangkok in einer kleinen, lebendigen Quergasse seiner früheren besten Schulfreundin über den Weg läuft (so meiner Mutter geschehen)? Wie ist es möglich, dass man irgendwo in Brasilien an einem kleinen weissen Sandstrand dem Bruder einer Freundin aus dem Heimatdorf begegnet, den man seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat? Wie ist es möglich, dass ich irgendwo im Süden Frankreichs genau zur gleichen Zeit in einem kleinen Restaurant was trinke, wie ein deutscher Freund, der auf Bali lebt?
Wäre man nur ein paar Minuten oder manchmal auch nur ein paar Sekunden später an der gleichen Stelle vorbeigegangen, so hätte man sich nicht getroffen. Es hätte Millionen und Abermillionen Möglichkeiten gegeben, wo man sich sonst hätte aufhalten können (die Welt ist schliesslich riesig).
Und so bleibt die Frage „Zufall oder Schicksal“ zwar auch nach vielem Nachdenken unbeantwortet, aber ich bin der Meinung, das nichts ohne Grund geschieht und dass die Leute, die ich immer wieder treffe – ob ich dies nun als positiv oder negativ empfinde – irgendwie zu meinem Leben gehören, aus welchem Grund auch immer.

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