Im Heimatland angekommen…

16 Dez

Endlich in Bangkok angekommen. Schnell auf die Toilette und Katzenwäsche gemacht, man will ja die feinen asiatischen Nasen nicht gerümpft sehen, wenn man an ihnen vorbeigeht. Als nächstes musste ich rausfinden, wie ich nun vom internationalen zum nationalen Flughafen komme. Meine Reisestrategie ist nämlich immer die, dass ich einen Schritt nach dem anderen mache. Hätte natürlich schon zu Hause mal googeln können, aber das war mir zuviel Aufwand. Also ging ich schnurstracks zur Information und bekam da auch gleich die Auskunft, dass es einen gratis Shuttlebus zum nationalen Flughafen gibt. Tolle Sache!

Es war so schön, einfach aus dem Fenster zu schauen und die asiatische Landschaft wieder mit eigenen Augen zu sehen. Kurz: Ich fühlte mich herrlich. Müde aber glücklich. Am nationalen Flughafen angekommen hab ich mir als erstes ein Pad Thai (thailändische gebratene Nudeln) und das Wasser einer jungen Kokosnuss gegönnt, hab Blogeinträge geschrieben und mich dann eine Stunde zu früh in die Abflughalle gesetzt. Frierend, trotz Jacke und Schal. Ein richtiger Kühlschrank war das da. Als es Zeit fürs Boarden war und ich auf das Flugfeld raustrat, war ich in Sekundenschnelle von der Sonne geschmort. Kam mir wie eine Bratwurst vor, die zu lange auf dem Grill lag. Die Mitarbeiter, die am Flugzeug herumwerkelten, hatten ihre Gesichter mit heruntergezogenen Wollmützen vermummt, die Augen nur durch schmale Sehschlitze sichtbar.

Kaum im Flieger, ich konnte es nicht glauben, hörte ich vertrautes Indonesisch hinter mir. Fühlte mich gerade wie Zuhause und genoss es, einfach ein bisschen dem Palaver der indonesischen Jungs hinter mir zuzuhören. Endlich angekommen war dringend eine Dusche notwendig. Es gibt nichts Schöneres, als sich nach einer langen Reise mindestens eine halbe Stunde unter den heissen Wasserstrahl zu stellen.

Auf dem Weg in die Innenstadt erkannte ich von meinen früheren Aufenthalten in Chiang Mai viele Strassen und Restaurants wieder. Auch dies trug dazu bei, dass ich mich sofort zu Hause fühlte. Überall Essensstände, das Wirrwarr verschiedenster Gerüche, das Durcheinander des Verkehrs auf den Strassen, Marktstände und last but not least: thailändische Popmusik. Die asiatische Vielfalt ist immer wieder aufs Neue beeindruckend.

Besonders fasziniert an diesem Abend hat mich eine Katze, die es sich an einem Stand zwischen zahlreichen Bananenstauden bequem gemacht hatte. Unbeeindruckt von all den Leuten und dem ganzen Lärm rundherum hielt sie seelenruhig ihr Schläfchen und liess sich auch von meiner Kamera in keinster Weise stören.

Viele Leute sagen, dass sie Katzen nicht mögen, weil sie so unabhängig und arrogant seien im Gegensatz zu Hunden, die dein bester Freund sind. Ich empfinde das Verhalten der Katzen jedoch als positiv. Weshalb sollte sich eine Katze dem Menschen unterordnen und ihm gegenüber loyal und anschmiegsam sein, und zwar ohne wenn und aber, so wie es ein Hund tut, wenn es nicht ihrem Wesen entspricht? Dies hat in meinen Augen nichts mit Arroganz zu tun, die Katze nimmt sich ganz einfach das Recht heraus, zu sein wie sie ist, sich selber zu genügen, sich Zuneigung zu holen, wann und wo sie will, und unabhängig zu sein, wenn sie das für richtig empfindet.

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