Heute morgen früh bin ich ziemlich verschlafen zum Bahnhof spaziert und dann gemütlich durch die Unterführung geschlendert. Musik in den Ohren, Gedanken irgendwo, Brötchen im Mund.
Da rannte ein Typ volle Pulle an mir vorbei, gefolgt von seiner Frau mit Kinderwagen. Ah, ja, ich hörte den Zug einfahren. Besser die als ich dachte ich, und schon kam der Nächste angesprintet. Und wie der sprintete. Fragte mich, ob er’s wohl geschafft hat, müsste er eigentlich mit der Lichtgeschwindigkeit, mit der er rannte. Sein Gesichtsausdruck war dabei das Beste: Hochkonzentriert, verkniffener Mund, rote Backen und eine absolute Entschlossenheit in den Augen. Eine solche Entschlossenheit habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ist mir durch Mark und Bein, mich hats grad geschaudert. Na, besser der als ich war noch immer mein Gedanke und so ging ich noch immer gemütlich schlendernd und Brötchen essend die Treppe hoch zur Strasse.
Mein Blick streifte die Bahnhofsuhr: 8:10 Uhr. Der Zug stand noch.
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